Was für ein Jahr! Zum Glück steht wieder die Zeit der guten Vorsätze an 😉 Nächstes Jahr wird einfach alles besser. Doch Neujahrsvorsätze haben bei dir bisher nie so richtig funktioniert? Damit bist du nicht alleine. Gib nicht auf! Denn wahrscheinlich bist du es bisher einfach falsch angegangen. Wie du deine Neujahrsvorsätze wirklich erreichst, zeige ich dir hier. Außerdem gebe ich dir Tipps für Neujahrsvorsätze, die auch wirklich zu dir passen.

Warum macht man eigentlich Neujahrsvorsätze?

Wie sind Neujahrsvorsätze eigentlich entstanden? Am Ende des Jahres beginnt man fast automatisch, das vergangene Jahr zu reflektieren und sich den ein oder anderen Plan für das neue Jahr zu machen. Die dunklen Tage und die ruhigere Zeit zwischen Weihnachten und Silvester lassen einfach endlich mal genügend Zeit, eine Bestandsaufnahme seines Lebens zu machen. Gerade in westlichen Kulturen sind Neujahrsvorsätze ein beliebtes Thema.  Doch sie sind – entgegen häufiger Annahmen – kein modernes Phänomen.

Neujahrsvorsätze Geschichte

Schon vor 4000 Jahren formulierten die Babylonier angeblich Neujahrsvorsätze. Ihr Neujahrsfest dauerte 11 Tage. Durch gute Vorsätze, wie die Rüstung zurück zu geben oder Schulden zu begleichen, sollten die Götter milde gestimmt werden.

Auch im alten Rom gab es Neujahrsvorsätze. Jährlich wurden die Römer am ersten Januar dazu angehalten, eine gute Geste zu tun. Sie sollten mit den Aufgaben beginnen, die sie das Jahr über erledigen wollen.

Was sind typische Neujahrsvorsätze?

Typische Neujahrsvorsätze beziehen sich meist auf die Themen Gesundheit und Sozialleben. Die Klassiker haben wir wahrscheinlich alle schon mal gehört – oder sie uns sogar selbst vorgenommen.

Neujahrsvorsätze Statistik

Laut Statista waren die häufigsten Vorsätze der Österreicher für das Jahr 2021:

Mehr Bewegung, mehr Sport (44%)

Bewusster leben, mehr auf sich selbst schauen (40%)

Mehr Zeit für Freunde und Familie (33%)

Sich gesünder ernähren (29%)

Abnehmen (23%)

In Deutschland sieht es ganz ähnlich aus. Hier ist nur die Reihenfolge der 5 beliebtesten Vorsätze etwas anders und die Sparsamkeit kommt hinzu:

Sich gesünder ernähren (52%)

Mehr Bewegung, mehr Sport (47%)

Abnehmen (38%)

Mehr Zeit für Freunde und Familie (36%)

Sparsamer leben (36%)

Als Fitnesstrainerin schlägt mein Herz bei all den Vorsätzen rund um die Gesundheit natürlich höher 😉 Leider weiß ich aber auch, dass die meisten ihre Vorsätze eh nicht in die Tat umsetzen. Und die Statistik bestätigt das:

Nur 20% gaben an, dass sie keine guten Vorsätze brechen. Bei 68% halten gute Vorsätze höchstens mehr als zwei Monate. Warum viele Vorsätze scheitern, erkläre ich dir im nächsten Abschnitt.

Warum scheitern Neujahrsvorsätze?

Schon Goethe wusste: „Der Vorsatz war gut. Die Umsetzung schwierig“ (frei interpretiert). Hier sind die häufigsten Gründe, warum gute Vorsätze scheitern:

  • Du hast deinen Vorsatz nicht aufgeschrieben.
  • Das Ziel ist nicht klar definiert und nicht genau genug.
  • Der Vorsatz wurde unter zu viel Sekteinfluss gefasst.
  • Dein Neujahrsvorsatz ist negativ formuliert.
  • Du hast keinen konkreten Plan für deinen Vorsatz.
  • Du hast Neujahrsvorsätze nur, weil es alle machen.
  • Du hast keine Unterstützung.
  • Du hast nicht das nötige Know-How.
  • Du versuchst, alles alleine zu machen.
  • Dein Vorsatz ist unrealistisch.
  • Du hast keinen starken Motivator und kein Motiv.

Neujahrsvorsätze umsetzen – so klappts (inkl. Beispiele)

Um einen Neujahrsvorsatz zu fassen, den du auch wirklich umsetzt, braucht es etwas Planung. Das machen wir hier gemeinsam. Am besten schnappst du dir einen Stift und ein Blatt Papier und beantwortest dir selbst folgende Fragen. So hast du gleich einen Plan für deinen Neujahresvorsatz erstellt. Bonuspunkte bekommst du, wenn du dir alle Termine für die Umsetzung – wie z.B. Sportdates oder Zeit fürs gesunde Kochen – gleich in deinen Kalender einträgst.

1.      Welche Vorsätze sind DIR wichtig?

Zunächst geht es darum, nur die Vorsätze zu setzen, die dir wirklich wichtig sind. Dir ist alles wichtig? Denk nochmal genauer drüber nach. Viele Dinge nehmen wir uns nur vor, weil man das eben so macht oder es von uns erwartet wird. Nehmen sich beispielsweise alle in deinem Umfeld vor, nächstes Jahr abzunehmen, aber dir liegt gar nicht so viel an diesem Vorsatz, wird es mit der Umsetzung schwierig.

Um herauszufinden, ob der Vorsatz für dich wirklich eine Priorität ist, frage nach deinem Warum. Warum möchtest du dieses Ziel erreichen? Du hast keinen guten Grund? Dann brauchst du dir diesen Vorsatz auch gar nicht erst zu nehmen. Dein Warum sollte idealerweise so stark sein, dass du gar nicht anders kannst, als deinen Vorsatz auch wirklich in die Tat umzusetzen. Mehr dazu erfährst du unter Tipp 3.

2.      Ist dein Neujahrsvorsatz realistisch?

Dein Neujahrsvorsatz kann ruhig richtig groß sein. Denn was realistisch ist, bestimmst du ganz alleine. Allerdings solltest du davon überzeugt sein, dass du dein Ziel auch wirklich erreichen kannst. Schraube dein Ziel bei Zweifeln also lieber etwas zurück, sodass es dir realistisch vorkommt.

Du bist dir nicht sicher, ob dein guter Vorsatz umsetzbar ist? Dann versuche Menschen zu finden, die das bereits erreicht haben. Was mussten sie dafür tun? Wie lange haben sie dafür gebraucht? Und welche Unterstützung hatten sie? So bekommst du eine genauere Vorstellung davon, wie du deinen Neujahrsvorsatz angehen kannst. Außerdem hilft es dir bei der Planung.

3.      Bringt dein guter Vorsatz dich zum Träumen?

Du hast dich mit deinem Vorsatz genauer auseinandergesetzt, aber irgendwie will er dich nicht so recht begeistern. Das könnte ein Zeichen sein, dass dein Warum nicht stark genug ist. Vielleicht hast du dir den Vorsatz auch nur durch gesellschaftliche Erwartungen gesetzt. Oder du zweifelst an der Realisierbarkeit. Tauche nochmal genauer ein, um den Grund zu finden. Denn ein guter Vorsatz, den du durchhalten kannst, sollte dich zum Träumen bringen. Dein Herz fängt an, schneller zu schlagen, du bist aufgeregt, wenn du an das Ziel oder die Umsetzung denkst und hast Schmetterlinge im Bauch. Ist das der Fall, hast du wahrscheinlich den passenden Neujahrsvorsatz für dich gefunden – und dein Warum wird dir ebenfalls klar sein.

4.      Kannst du deinen Neujahrsvorsatz spezifischer machen?

Du kennst vielleicht die SMART Formel. Diese besagt, dass Ziele spezifisch, messbar, realisierbar und terminiert sein sollten. Ein guter Vorsatz wie „mehr Sport machen“ ist viel zu ungenau. Er lässt viel zu viel Raum für Interpretationen und Ausreden. Du solltest also unbedingt spezifischer werden. „Ich möchte dreimal die Woche Sport machen“, ist schonmal ein guter Anfang. Noch besser ist: „Ich gehe montags um 19 Uhr 30 Minuten laufen, mittwochs um 18 Uhr Volleyball spielen und samstags mache ich gleich nach dem Aufstehen 30 Minuten ein Homeworkout von YouTube.“ Je spezifischer du wirst, desto besser.

5.      Wie kannst du deinen Vorsatz tracken oder messbar machen?

Damit du stets weißt, wo du stehst, musst du dir einen Überblick verschaffen. Auf dem Weg zu deiner Zielerreichung bieten sich Habit Tracker Apps, eine Liste zum Abhaken oder ein anderes System an. Egal, wie du deine neuen Gewohnheiten trackst: Wichtig ist, dass die Methode zu dir passt. Immer wenn du einen Tag abhakst, fühlst du ein Erfolgserlebnis und kannst stolz auf dich sein. Du siehst genau, wie es um dein Ziel steht und ob du auf dem richtigen Weg bist.

Außerdem kannst du dich nicht selbst belügen, denn da steht schwarz auf weiß, ob du deinen Vorsatz durchgehalten hast. So kannst du frühzeitig einschreiten, solltest du dich mal auf Abwegen befinden und bekommst noch die Kurve. Am Jahresende kannst du anhand deines Trackers ganz klar entscheiden, ob du deinen Vorsatz erreicht hast. Hältst du dich an diese Tipps, ist die Wahrscheinlichkeit dafür hoch!

6.      Wie möchtest du dich für das Erreichen deines Ziels belohnen?

Schon bevor du deinen Vorsatz erreicht hast, solltest du dir überlegen, wie du ihn feierst. Das motiviert dich noch einmal zusätzlich. Außerdem feiern wir uns generell viel zu wenig. Für ein ganzes Jahr weniger Süßes darf die Belohnung natürlich auch gerne größer ausfallen. Wie wäre es z.B. mit einem Wellness Wochenende? Oder einem neuen Outfit, von der lokalen Designerin, dass du dir schon lange gewünscht hast?

7.      Was ist schlimmer: Deinen Vorsatz durchzuziehen oder ihn nicht zu erreichen?

Wir sind noch nicht fertig mit der Planung deiner Neujahrsvorsätze. Bisher haben wir uns mit den positiven Aspekten deines guten Vorsatzes beschäftigt. Doch um Hindernissen bei der Zielerreichung gewappnet gegenüberzustehen, solltest du dich auch mit den unliebsamen Seiten deines Vorsatzes beschäftigen. Manchmal wirst du einfach keine Lust auf selbst Kochen haben. Oder dir ist so gar nicht nach Laufen in der Kälte zumute.

Überlege dir deswegen schon jetzt, was schlimmer ist. Ab und zu im Regen zu laufen oder in einem Jahr immer noch keinen 10km Lauf gelaufen zu sein? Was ist dir wichtiger?

Oder dieses Szenario: Heute auf die Torte zu verzichten? Oder dich in einem Jahr immer noch schlaff und unfit in deiner Haut zu fühlen? Für alle, dir zu viel Sport machen und sich mehr Ruhe vornehmen, geht das natürlich auch umgekehrt: Möchtest du dich in einem Jahr immer noch ausgelaugt fühlen und noch größere Leistungseinbrüche haben? Oder erträgst du jetzt lieber mal einen „langweiligen“ Abend? So bekommst du eine andere Sichtweise. Die meisten werden sich aus dieser Perspektive dann doch für die Handlung des guten Vorsatzes entscheiden.

Du fändest das Nicht-Erreichen deines Ziels gar nicht so schlimm? Dann fange am besten nochmal bei Punkt 1 an.

8.      Was könnte dir bei deinem guten Vorsatz im Weg stehen?

Als nächstes schauen wir uns konkret die Hürden auf dem Weg zu deiner neuen Gewohnheit an. Möchtest du z.B. jeden Morgen 10 Minuten meditieren, kann ein Problem sein, dass du in Zeitdruck gerätst. Oder du vor deinem ersten Kaffee grundsätzlich schlechte Laune hast. Sei hier wirklich ehrlich zu dir selbst. Liste lieber zu viele potentielle Hindernisse auf. Denn die sind auf dem Weg zur Realisierung deines guten Vorsatzes normal.

Hast du eine Übersicht, was dich alles von der Umsetzung abhalten könnte, gilt es, konkrete Lösungen dafür zu finden. Kannst du z.B. im Zug mit Kopfhörern meditieren? Oder machst du dir einfach erst einen Kaffee und meditierst dann? Oder ändere deine Meditierzeit einfach auf die Mittagspause.

Das ist natürlich ein einfaches Beispiel. Doch du wirst sehen: Hast du erst einmal über die Hürden nachgedacht und dir einen Plan gemacht wie du reagierst, bringen dich auch größere Rückschläge nicht aus der Bahn.

9.      Wer kann dich bei deinen Neujahrsvorsätzen unterstützen?

Gemeinsam erreicht man alles leichter. Du musst auf dem Weg zu deinem Jahresziel kein*e Einzelkämpfer*in bleiben. Such dir Unterstützung. Das können Freunde sein, die regelmäßig nachfragen, wie es läuft oder sich das gleiche Ziel gesetzt haben. Oder du suchst dir sogar Unterstützung von einem Profi. Das ist manchmal sogar besser, als Freunde, die nur wenig von deinem Vorsatz überzeugt sind.

10.      1 – 3 gute Vorsätze reichen aus

Dein Plan zum guten Vorsatz steht! Jetzt ist wichtig, dir nicht zu viele auf einmal zu nehmen. Fange lieber erst mit einem Neujahrsvorsatz an. Ist dir noch ein anderer wichtig, kannst du dir diesen auch nehmen. Es sollten jedoch auf keinen Fall mehr als drei sein.

Beginne lieber erst mit einem. Sobald du diesen erreicht hast, kannst du dir einen neuen guten Vorsatz nehmen. Denn: Dafür musst du nicht bis Silvester warten 😉 Gute Vorsätze kannst du jederzeit setzen! Das steigert sogar oft die Chance, dein Ziel zu erreichen.

Diese Vorsätze solltest du dir für nächstes Jahr nehmen – Ideen für Neujahrsvorsätze

Welcher Vorsatz der beste für dich ist, weißt du natürlich am besten. Hier habe ich ein paar Ideen für – mehr oder weniger ernstgemeinte – Neujahrsvorsätze für dich zusammengestellt. Sie soll dir als Inspiration dienen und vielleicht entdeckst du ja den ein oder anderen Tipp für deinen guten Vorsatz. Außerdem sind sie echt leicht zu erreichen. Diese 10 Vorsätze kann jeder durchhalten:

  • Schöne Bekleidung oder gute Ausrüstung kaufen für die Vorfreude auf dein Workout
  • Sport Playlist erstellen für einen extra Motivationsschub
  • Einkaufsliste schreiben
  • Die Treppe statt dem Aufzug nehmen
  • Beim Telefonieren aufstehen
  • Wasseraufnahme tracken – im Bulletjournal oder mit einer passenden App
  • Dein Training direkt in den Kalender eintragen
  • Dir selbst nichts vormachen
  • Anderen beim mehr Sport machen zuschauen
  • Dir endlich eingestehen, dass…
  • Deine Lieblings Apps finden
  • Eine bessere Personenwage kaufen, da die alte eine falsche Zahl anzeigt 😉
  • Dir Unterstützung suchen
  • Etwas Neues ausprobieren
  • Regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen gehen
  • Dinge, die in weniger als 2 Minuten erledigt sind, sofort erledigen
  • Öfter an die frische Luft gehen
  • Zahnseide verwenden
  • Mehr schlafen, aber dafür beim ersten Weckerklingeln aufstehen
  • Über den weiblichen Zyklus lernen (egal, welches Geschlecht du hast)
  • Mehr spenden
  • Dich ehrenamtlich engagieren
  • Weniger Zeit am Handy verbringen
  • Blut spenden
  • Öfter lächeln
  • Deinen Freunden bei ihren Neujahrsvorsätzen helfen

Jetzt möchte ich von dir hören: Wie hat dir dieser Beitrag gefallen? Und was ist dein Vorsatz für das neue Jahr? Verrate es mir doch in den Kommentaren oder schreibe mir auf Instagram @sarahrodemer

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