Hast du auch schon von Cycle Syncing gehört? Mir wird der Trend im Moment gefühlt überall auf Social Media angezeigt. Ob die Ernährung, das Sozialleben, die Arbeit oder das Training: Influencerinnen passen alle möglichen Lebensbereiche auf ihren Zyklus an und teilen ihre positiven Ergebnisse. Besserer Schlaf, schönere Haut, weniger Muskelkater und bessere Trainingseffekte – das sind nur ein paar der vielversprechenden Ergebnisse von Cycle Syncing.

Falls du also mehr darüber wissen möchtest oder es auch einmal ausprobieren willst, bist du hier genau richtig. Hier zeige ich dir, was Cycle Syncing ist und wie du damit deinen Lifestyle und deinen Zyklus synchronisierst.

Cycle Syncing: Sind Periodenschmerzen eigentlich normal?

Das große Versprechen von Cycle Syncing ist, dass du deinem Zyklus nicht einfach ausgesetzt bist und ihn nicht nur über dich ergehen lassen musst, sondern dass du ihn zu deinen Gunsten nutzen kannst. Dass dieses Versprechen so sehr zieht, hat leider einen Grund. Denn heutzutage kennen die meisten Frauen Periodenbeschwerden. Doch egal, ob du leichte oder starke Schmerzen während oder vor deinen Tagen hast: Es lohnt sich immer, sich die Ursachen anzuschauen und anzugehen. Denn auch wenn Periodenschmerzen leider zum Alltag der meisten Frauen gehören, sind Probleme mit dem Zyklus nicht normal. Vielmehr sind sie ein unerfreulicher Effekt unserer modernen Gesellschaft. Auch Zyklus- und Hormonbeschwerden wie die Female Athlete Triad sind leider recht häufig.

Also: Lass dir bitte nicht einreden, dass es „als Frau einfach so sein muss“ und damit deine Beschwerden abtun. Bestehe stattdessen auf dein Recht, einen gesunden Zyklus zu haben.

Hier findest du übrigens Tipps gegen heftige Regelschmerzen.

Cycle Syncing Trend oder Tatsache?

TikTok hat Cycle Syncing bekannst gemacht. Im Moment ist es also wirklich ein riesen Trend. Wie es mit Trends immer so ist, kommen natürlich auch einige Mythen und Geldmachereien damit einher. Doch der zugrundeliegende Ansatz, sich mit seinem Körper und Zyklus auseinanderzusetzen und achtsamer mit sich umzugehen ist weit mehr als ein Trend. Sondern unglaublich wichtig.

Um das Thema Cycle Syncing gibt es aktuell noch nicht wirklich Studien. Wie leider für viele „Frauenthemen“. Doch das ist ein anderes Thema. Allerdings ist bewiesen, dass Veränderungen im Hormonspiele Auswirkungen auf Energie, Appetit, Schlaf, Stimmung und Co haben. Und auch PMS ist wissenschaftlich belegt.

Egal, ob du Cycle Syncing als sinnvoll betrachtest oder nicht – eine gute Sache hat der Trend auf jeden Fall: Cyce Syncing löst das Tabu um die Menstruation auf und bringt die Periode und alles, was damit zusammenhängt endlich ins Gespräch und die Öffentlichkeit. Nur so können wir mit Mythen und Vorurteilen über den Zyklus Schluss machen, uns offen austauschen und uns das nötige Wissen aneignen.

Woher kommt die Idee der Zyklussynchronisation?

Cycle Syncing oder Zyklussynchronisation ist ein relativ neues Konzept. Die Idee wurde von der Hormon- und Ernährungsexpertin Alisa Vitti bekannt gemacht und fand schnell weltweit Anklang. Grundlage ist ihr Buch Woman Code. Es setzt sich damit auseinander, wie es wäre, deinen Alltag ein wenig freundlicher auf deinen hormonellen Zyklus abzustimmen. Das soll dir zu mehr Energie, Produktivität und Gelassenheit verhelfen. Ein super Ansatz finde ich…

Stell dir vor, du könntest sogar die Kontrolle über lästige Symptome gewinnen, die du bisher einfach hingenommen hast. Egal, ob es sich um Bauchschmerzen, Hautunreinheiten oder Heißhunger handelt – du kannst mehr Einfluss auf dich und deinen Körper nehmen, als du vielleicht denkst. Das Buch bietet also die Möglichkeit, Veränderungen bewusst in deine Hand zu nehmen.

Im Grunde ist das Leben mit dem Zyklus jedoch uralt. Spekulationen zufolge lebten Frauen vor hunderten von Jahren viel verbundener mit ihren natürlichen Hoch- und Tiefphasen. Dadurch, dass wir näher mit der Natur verbunden waren, waren wir das auch mit unserem eigenen Körper. Durch unterschiedliche Einflüsse und (patriarchale) Entwicklungen ist dieses Wissen jedoch immer mehr in den Hintergrund getreten und wurde sogar als Tabuthema erklärt. Cycle Syncing bringt es also wieder zurück.

So funktioniert Cycle Syncing – ein Überblick

Grundlage des Cycle Syncing ist es, deinen Zyklus zu kennen. Denn unser Hormonhaushalt verändert sich tagtäglich. Manche Frauen spüren das mehr, manche weniger. Ganz egal, wozu du zählst, bietet jede Phase unterschiedliche Herausforderungen und Möglichkeiten.

Starte damit, deinen Zyklus zunächst einige Wochen lang zu beobachten. Kannst du bestimmte Muster erkennen? In welchen Phasen fühlst du dich voller Energie und in welchen schlapp und müde? Nutze diese Erkenntnisse dann, um deinen Alltag darauf anzupassen. Kannst du zum Beispie wichtige Meetings auf die Zeit um deinen Eisprung legen, wenn du dich während der Menstruation lustlos und ausgelaugt fühlst? Kannst du stattdessen den Wellnesstag mit deinen Freundinnen auf die Zeit kurz vor der Periode legen? Dabei kannst du so viele Bereiche deines Lebens anpassen, wie du möchtest. Beliebte Bereiche für die Zyklussynchronisation sind die Ernährung, das Training und wenn du die Möglichkeit dazu hast, die Arbeit.

Wichtig ist, dir bewusst zu machen, dass du nicht jeden Tag die gleiche Leistung erbringen musst.

Um Effekte des Cycle Syncing zu spüren, solltest du mindestens drei Monate lang deinen Zyklus beobachten und die verschiedenen Aspekte deines Lebens daran ausrichten. Nur so kannst du entscheiden, ob Cycle Syncing etwas für dich ist. Also, möchtest du mit Cycle Syncing starten heißt es, dranzubleiben und nicht zu schnell aufzugeben, solltest du nicht direkt Veränderungen bemerken. Wenn du dabei Unterstützung suchst, schreibe mir gerne. Ich freue mich, von dir zu hören.

Die vier Phasen des Zyklus

Jeder Zyklus ist individuell. Es kann also sein, dass du dich in den hier beschriebenen Dingen nicht wiederfindest oder die Dauer deiner Phase abweicht. Wenn du dir unsicher bist, solltest du dich grundsätzlich immer an deine Frauenärztin oder deinen Frauenarzt wenden.

Im Schnitt dauert der weibliche Zyklus zwischen 25 und 35 Tagen. Er wird in die Follikelphase, den Eisprung oder Ovulationsphase, die Lutealphase und die Menstruation unterteilt.

Menstruation

Der Zyklus startet mit der Menstruationsphase. Am ersten Tag deiner Periode beginnt also ein neuer Zyklus. In diesen ersten Tagen fühlen sich viele Frauen schlapp, ausgelaugt, deprimiert oder haben starke Schmerzen. Beim Cycle Syncing geht es also darum, das zu würdigen und nicht einfach durchzupowern. Für dein Training bedeutet das, dir auch mal eine Auszeit zu gönnen, wenn du dich überhaupt nicht danach fühlst oder auf ein leichteres Training umzusteigen. Lies dazu gerne auch meinen Blogbeitrag Sport bei Periode.

Lege statt hartem Training deinen Fokus auf Entspannung, Wellness und Achtsamkeit. Gute Ideen für mehr Entspannung findest du übrigens in meinem Blogbeitrag Mindfulness Guide.

Follikelphase

In der Follikelpahse nimmt deine Energie langsam wieder zu und du kannst sowohl beim Training, wie auch in der Arbeit wieder mehr Gas geben. Die Follikelphase dauert ca. vom 5. bis zum 14. Tag an und endet mit dem Eisprung.

Ovulationsphase

Rund um den Eisprung sind deine Energie, Motivation und Lust meist auf dem Höhepunkt. Diese Phase befindet sich um den 14. Tag des Zyklus herum. Wettkämpfe, Sport mit anderen und intensive Trainingseinheiten sind nun ideal.

Lutealphase

In der Lutealphase beginnt bei vielen leider PMS und Energie und Tatendrang nehmen wieder ab. Die Lutalphase ist die längste Zyklusphase und dauert ca. vom 15. bis zum 28. Zyklustag an. Auch hier geht es wieder darum, auf deinen Körper zu hören. Wenn du dich ständig müde fühlst, mache ruhig einen Pausentag pro Woche mehr als gewohnt oder steige auf Sportarten um, die dich richtig gut fühlen lassen.

Die besten Cycle Syncing Apps

Um leicht mit Cycle Syncing zu starten, lohen sich passende Apps. Das sind meist Zyklustracker mit allerlei Zusatzfunktionen. Meine liebste Cycle Syncing App ist Flo. Sie gibt es in der Gratis und der Premiumversion, wobei die kostenlose meiner Meinung nach völlig ausreichend ist.

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